Nach dem heroischen Kampf und dem späten Overtime-Sieg im Heimspiel konnten sich die beiden Teams im Duell um den Platz im Oberhaus eine kleine Auszeit gönnen. Auf Grund Ostern fand das zweite Playoff/-out-Wochenende erst zwei Wochen nach dem ersten Aufeinandertreffen statt. Zeit genug sich zu erholen, taktische Gedanken zu machen, Revue passieren zu lassen und sich auf das alles entscheidende Wochenende vorzubereiten. Eine erste Gelegenheit den Sack bereits im zweiten Spiel zuzumachen bot sich dabei am Samstagnachmittag in Buchs, auswärts.
Wehntal Regensdorf vs. Traktor 1 – 10:8 (4:1/3:2/3:5)
Mit dem Startsieg schufen sich die Traktoren natürlich die ideale Ausgangslage für dieses Wochenende. Mit der 1:0 Führung in der Serie für den Zweitligisten war in erster Linie natürlich der Oberklassige erstmals so richtig gefordert, um nicht mit einem Sweep nach Hause geschickt zu werden. Und so starteten denn auch die Wehntaler in ihr Heimspiel. Ganz im Gegensatz zu den Traktoren, welche vor allem im ersten Drittel noch sehr mit der Präzision im Aufbau- und Passspiel haderten. So war es kein Wunder, dass die furios startenden Regensdorfer in Führung gehen konnten mittels einem Vorstoss über die rechte Seite. Es brauchte schon einen platzierten Weitschuss für den Ausgleich in der 7′. Etwas besser zu werden schien es eine Minute später, denn nach einem Stockschlag wanderte ein Zürcher auf die Strafbank. Das war nun die Chance für die Mannen in Rot vorzulegen und endgültig in einen Spielfluss zu finden. Doch ähnlich wie neben dem Feld nichts floss (kein Kiosk an einem schönen Samstagnachmittag mit trinkfreudigen Zuschauern, und das unweit des Fressbalken [sic!] – muss jeder selber wissen. So mancher Kassier würde wohl in den Tisch beissen), kam auch kein Flow ins Spiel des Gastteams. Zwar konnte man ein Powerplay aufziehen, doch souverän geht anders. Dies nutzten die Wehntaler eiskalt aus und konnten sogar einen Shorthander erzielen. Das erste Drittel lief so gar nicht nach dem Gusto der Traktoren, denn auch nach der Überzahlsituation gelang kein wirklicher Zugriff aufs Spiel. Ein Freistosstor später war man bereits mit 3:1 im Hintertreffen. Und weiteres Ungemach drohte nach einer Strafe wegen Stockschlag von hinten, weil man sich einmal mehr Überlaufen lassen musste. Natürlich passte es zum Auftritt der ersten 20 Minuten, dass es nicht lange dauerte und Regensdorf auf 4:1 einschieben konnte..
Ein gebrauchtes Drittel, nach vorne passierte nicht viel, da man sich zu oft im Spielaufbau schon schwer tat, nach hinten passierte zu viel, da man sich zu oft im Spielaufbau den Ball abnehmen liess. Laut wurde es in der Kabine allerdings trotzdem nicht, das Spiel dauerte noch lange und wenn das erste Duell etwas lehrte, dann, dass auch ein 4:1 noch nichts zu bedeuten hatte. Man fokussierte sich noch einmal auf das Mantra „Shift für Shift, Aktion für Aktion“. So wollte man wieder ins Spiel finden. Dies gelang denn auch, mehr Spiel nach vorne, gefährlichere Aktionen. So brauchte es zum ersten Mal auch Glanzparaden vom Zürcher Schlussmann, der z.B. eine aussichtsreiche Kontersituation mirakulös parieren konnte. Noch wollte der Ball nicht rein, während auf der anderen Seite Regensdorf sich kaltschnäuziger zeigte: 5:1 mittels Distanzschuss. Das war dem Guten nun zu viel und fortan kämpften, bissen, kratzten sich die Traktoren richtiggehend in die Partie hinein. Ein schöner Angriff über links, der Bogen hinter dem Tor durch und Ball einfach aufs Gehäuse: drin. So einfach könnte es manchmal sein. Doch so einfach war es auch in der Folge nicht. Das 5:2 gab Aufschwung, aber der Ball wollte weiter nicht im Tor landen. Entweder verpasste man knapp vor dem Tor diesen, er landete am Pfosten oder im Zweifel halt an der Latte. So kam es, wie es kommen musste und Regensdorf nutzte um die 35′ herum einen schlechten Wechsel zur erneuten 4-Tore-Führung zum 6:2. Noch vor dem letzten Seitenwechsel ergab sich allerdings nochmals die Möglichkeit sich im Powerplay zu präsentieren und dieses Mal lief es einiges besser, als noch zuvor. Doch den 6:3 Anschlusstreffer beantwortete das Heimteam erneut mit dem Treffer zum 7:3 Pausenresultat.
Noch war man immer mit vier Längen im Rückstand, also ziemlich genau der Hypothek der ersten gut 22 bis 23 Minuten. Wollte man hier noch das Wunder bewerkstelligen, musste im Schlussabschnitt einiges mehr kommen. Und das gelang direkt im ersten Einsatz, ein abgefangener Ball, ein überlegter Lob über den Torhüter, schon stand es wieder 7:4 und die Aufholjagd konnte lanciert werden. Diese wurde jedoch jäh unterbrochen durch den neuerlichen Zürcher Treffer – das schien zu einfach zu gehen an diesem Samstag. Erst als man etwas rotierte und neue Kräfte brachte schien wieder mehr Schwung reinzukommen. Die frischen Beine schienen gut zu tun. Ein herrlicher Weitschuss ins Chribeli brachte zunächst den Treffer zum 8:5, ein Freistoss das 8:6 und in der 50′ fiel dann sogar noch das 8:7. Die Nerven des Heimteams schienen auf der Kippe zu stehen, die Traktoren spielten sich in einen Flow. Da kam das 9:7 natürlich eher ungelegen. Doch dieses Spiel hielt so einiges in Petto, so war es nicht erstaunlich, dass noch einmal der Anschlusstreffer zum 9:8 gelang. Mit einem Mann mehr und noch genügend Zeit auf der Uhr versuchte man sich zum Schluss noch im 4 gegen 3. Doch noch einmal parierte der Zürcher Schlussmann souverän einen gefährlichen Schuss. So machte man sich dann wenige Sekunden vor Ablauf der 60 Minuten den Ball noch fast selbst rein: im Töggeli-Chaste-Jargon würde man sagen Föteli, Endstand 10:8 für den Erstligisten und somit Entscheidungsspiel in der heimischen Chapf-Arena.
Die Mannschaft bewies an diesem Nachmittag sehr viel Moral, ein verschlafener Start war noch lange kein Grund aufzugeben und man kämpfte sich insbesondere im Schlussabschnitt noch einmal eindrücklich heran. Ja schnupperte sogar noch an der Wende. Schlussendlich ging das Resultat über die volle Spielzeit gesehen allerdings in Ordnung, denn zu lange schien man nicht in dieses Spiel hineinzukommen. Und, als Trost: zu Hause ist es am schönsten. (Ausserdem hätte das selber mitgebrachte Repertoire an isotonischen Getränken eh nicht für eine würdige Aufstiegsfeier gereicht..)
Fürs 1,
Cuche
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