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T1 – es lebt noch

Lang ist’s her, dass ein Matchbericht für das Herren 1 verfasst wurde doch nun ist es endlich mal wieder an der Zeit sich aus dem stillen Kämmerchen zu melden. Kritiker würden sich zum in England vielgehörten «You only sing when you’re winning»-Gesang verleiten lassen, doch die Gründe für die schriftliche Auszeit sind mannigfaltig. Es lässt sich jedoch nicht von der Hand weisen, dass Berichte leichter von ebenjener gehen, wenn die Resultate stimmen. Und dies war der aktuellen Saison mehrheitlich nicht der Fall – bis zuletzt. Nach und nach schlichen sich mehr Unentschieden und Niederlagen in die Bilanz der Traktoren, als ihnen lieb sein konnte. Die Defensive war immer noch das Prunkstück der Herren, liess sich aber dennoch zu oft gegen Ende eines Spiels übertölpeln. Offensiv agierte man zu harmlos, zu wenig Durchschlagskraft war vorhanden. So bewahrheitete sich zu oft ein altes Sprichwort, demnach man ein Spiel ohne Tore zu schiessen nicht gewinnen kann.

An der Tabellenspitze abgesetzt haben sich in der Zwischenzeit die drei Teams mit den Nati-A, Nati-B und haste-nicht-gesehen-Altstars: die Iron Marmots aus Davos, die Weissen Pferde aus Lengnau und die UHC Uster Selection. Dahinter zeichnete sich vor der vergangenen Runde in Landquart das folgende skurrile Bild: Die Traktoren auf Rang 4 mit 12 Punkten trennten lediglich 3 Zähler von den Abstiegsrängen! Von Platz 10 bis 4 war also in Punkto Abstieg noch alles möglich. Um das Schreckgespenst ein für alle mal zu verscheuchen war die Vorgabe klar: Gegen den Tabellenletzten und -vorletzten mussten zwingend zwei Siege her. Unterstützung bekam man dabei von einer Wagen- beziehungsweise Carladung an Fans! Da wir keine Heimrunde durchführen durften diese Saison organisierte Päde kurzerhand eine Fancarreise, wie anno dazumals nach Sargans und Widnau. An lautstarker Unterstützung sollte es somit also nicht fehlen.

Traktor 1 vs. UHC Eschenbach 5:4 (1:1/4:3)

Gegen die Eschenbacher aus St. Gallen waren die Traktoren in der Vergangenheit meistens maximal als geteilter Sieger vom Feld gegangen. Entsprechend ausgeglichen nahm dieses Spiel seinen Lauf. Beide Teams waren auf eine stabile Defensive bedacht mit Nadelstichen in der Offensive. Leider fand ein solcher Stich der Traktoren lediglich den Pfosten, während die anderen eher harmlose Pikse blieben. So waren es die Tabellenkellerkinder aus Eschenbach, welche den spärlichen Torreigen eröffneten. Kurz vor der Halbzeit ersetzten die Herren den Torhüter durch einen Feldspieler bei einem Freistoss und konnten so die Überzahl zum Ausgleich ausnutzen. Mit einem leistungsgerechten Remis ging es in den Pausentee.

Tore en masse durften mit dem Seitenwechsel nicht erwartet werden und so kam es dann auch. Erst nach knapp 6 Minuten erzielten die punktetechnisch mehr unter Druck stehenden St. Galler den Führungstreffer. Dabei blieb es aus Sicht der Traktoren leider auch nicht. Mit einem Doppelschlag zogen sie auf 1:4 davon. Die Mannschaft sah sich ca 2 Minuten vor Schluss gezwungen ein 4 gegen 3 ohne Torhüter aufzuziehen. Dies funktionierte entgegen der Vergangenheit ausgesprochen gut, so gelang nach 38:02 Minuten das 2:4. Die Hoffnung und der Hunger auf mehr war geweckt. Weiterhin in Überzahl agierend erspielte man sich gute Chancen, welche nach 39:27 Minuten im Anschlusstreffer mündeten. 11 Sekunden später erreichte die Ekstase ihren vorzeitigen Höhepunkt mit dem vielumjubelten Ausgleich zum 4:4. Doch damit war noch nicht Schluss. Beflügelt von dieser Schlussphase gelang den Traktoren nach 39:54 sogar noch der Siegtreffer! Sieg für T1, Game Over für Eschenbach – was für ein Spiel.

Traktor 1 vs. TV Mellingen 9:4 (3:4/5:0)

Eine Pause von zwei Spielen gab Gelegenheit einerseits den Gegner zu studieren und andererseits die Emotionen zu verarbeiten. Teile der mitgereisten Fans nutzten zudem die Gelegenheit sich im Outlet Landquart – oder irgendwo in einer Beiz – des Geldes im Portemonnaie zu entledigen. Schade, denn für die Vorstellung in den ersten 2 Minuten des zweiten Spiels hätte man gut und gerne Eintritt zahlen können. Innert 74 Sekunden führten die Herren mit zwei Längen Vorsprung und schienen das Spiel im Griff zu haben. Dies verleitete wohl die Mannschaft zu Unachtsamkeiten. Einen halben Meter zu viel Abstand hier, einmal den Gegner laufen lassen da und man sah sich mit einem Rückstand konfrontiert. Doch heute hatten die Traktoren auf alles eine Antwort. Ein herrlicher Pass in den Slot brauchte der Team-Captain nur noch einzuschieben und es stand wieder Unentschieden. Ein Zorro-Goal wurde dann fälschlicherweise leider aberkannt und so waren es doch wieder die Turner aus dem Aargau, welche zur Pause eine Nasenlänge voraus waren mit ihrem Treffer in der 18. Minute.

Ein bisschen Verärgerung war in der Pause zu spüren bei den Mannen in schwarz, der Ausspruch «i dä zweite Halbziit bechömemer jetzt eifach keis Goal meh!» fiel. Gesagt, getan, denn der zweite Umgang gehörte von A bis Z den Traktoren. Bereits nach 33 Sekunden erzielte man den Ausgleich und ein ums andere mal konnte man gefährliche Angriffe lancieren und ebenso erfolgreich abschliessen. Dies zwang die Mellinger früh dazu alles auf eine Karte beziehungsweise auf einen vierten Feldspieler zu setzen. Doch viel Gelegenheit dazu ergab sich ihnen nicht, denn die Herren spielten die Zeit clever herunter, liessen Ball und Gegner laufen und waren nur durch Fouls zu stoppen. So war dann spätestens nach 38 Minuten und mit dem 8:4 der Deckel drauf. Dies verleitete den ein oder anderen in Ronald-McDonald’s-Gelb/rot gekleideten Spieler zu unnötigen Fouls, die dann auch in entsprechenden Strafen resultierten. Mit dem Endstand von 9:4 konnten direkt mehrere Premieren gefeiert werden: gefühlt seit einer Ewigkeit endlich wieder einmal zwei Siege an einer Runde, in der zweiten Halbzeit kein Gegentor – wie angekündigt, und mit 9 Toren auch endlich mal wieder sowas wie eine funktionierende Offensive.

Die beiden Siege taten nicht nur der Buchberger Seele gut und versprachen eine entspannte und bierseelige Heimfahrt im Car, sondern erlösten auch von jeglicher Abstiegsgefahr. Mit 16 Punkten (1 Pkt / Spiel) ist man noch vor der letzten Runde in Dübendorf (16.03.) safe und kann die letzten beiden Spiele noch geniessen. Geniessen, aber nicht herschenken! Denn bei beiden Gegnern geht es noch um viel und die Traktoren wollen sich natürlich nicht den Vorwurf einer Wettbewerbsverzerrung gefallen lassen müssen.

Zum Schluss gilt noch der Dank an Päde (für das organisieren des Reisecars), sowie den mitgereisten Fans! Das war wirklich eine tolle Sache und beflügelte die Mannschaft ganz offensichtlich. Vielleicht sollte man das nächstes Jahr öfters machen, dann würden die Resultate sicher besser aussehen.

Fürs 1
Cuche

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