Der WWF Schaffhausen hat im Rahmen seines 50-Jahre-Jubiläums einen
Projektförderfonds gebildet, mit welchem innovative Projekte mit insgesamt CHF 10’000.- unterstützt werden, die im Kanton Schaffhausen zur Stärkung der regionalen Kreislaufwirtschaft und der Suffizienz/Genügsamkeit beitragen (Details auf wwf-sh.ch/pff).
Ein kleines Projektteam des UHT Traktors hat im Herbst 2023 im Rahmen dieser Ausschreibung auf Initiative von Andreas Brunner eine eigene Projektidee Namens CIRCULooc eingereicht, mit dem Ziel, der meist bunten Vereinsbekleidung ein längeres Leben zu ermöglichen und damit neben der Ressourceneffizienz auch die Sichtbarkeit der „Vereinsmarke“ zu erhöhen. Dabei soll im Rahmen eines 10-monatigen Vorprojekts mit Umfragen, Interviews und Prototypen herausgefunden werden, was Vereine und ihre Mitglieder benötigen, damit Vereinsbekleidung länger benutzt wird und so während ihrer Lebensdauer mehr Wirkung erzielen kann. Das Endresultat soll im Idealfall ein an die Bedürfnisse angepasster, unkomplizierter, digitaler Marktplatz sein, welcher die Weitergabe von unbenutzten Kleidungsstücken im Verein stark vereinfacht. Die Ergebnisse sollen auch anderen Vereinen im Kanton und darüber hinaus zugänglich gemacht werden. In welcher Form, soll sich im Laufe des Projekts zeigen.
Die Idee hat die WFF-Jury als eine von zwei weiteren prämierten Ideen überzeugt und dazu bewogen, die Realisation des Vorprojekts mit CHF 1’000.- zu unterstützen. Die Jury findet, dass mit der Bekleidung ein für viele Vereine wichtiges Thema aufgegriffen wird und hat das Projekt darum im Rahmen einer öffentlichen Prämierung am Freitagabend, 23. Februar 2024 in Schaffhausen ausgezeichnet. Das Geld soll vollumfänglich dem Verein zugute kommen sowie allfällige Projektauslagen decken. Die Arbeitsleistung, geleistet durch ein kleines Projektteam aus vereinseigenen Fachspezialisten, erfolgt dabei ehrenamtlich.
Ein gut bekanntes Grundproblem
Die Textilindustrie trägt zu einem beachtlichen Teil des weltweiten Energie- und Ressourcenverbrauchs bei und nicht mehr benötige Textilien landen oft viel zu schnell auf riesigen Deponien fernab der Wahrnehmung der Verursacher. Deshalb ist die Textilindustrie nicht als die umweltfreundlichste aller Industrien bekannt. Um das zu ändern braucht es Lösungen – im Grossen wie im Kleinen. Einen solchen kleinen Beitrag möchte CIRCULooc leisten, indem ein unscheinbares Problem adressiert werden soll, welches wohl beinahe jeder Verein kennt, welcher für seine Mitglieder hin und wieder Vereinsbekleidung wie T-Shirts, Pullover, Trainingsanzüge oder ähnliches anschafft: Neu dazugewonnene Mitglieder sowie Kinder, welche sehr rasch aus den Kleidern raus wachsen, führen schnell dazu, dass die Präsenz der Vereinsfarben bei gemeinsamen Auftritten rasch lückenhaft wird. Diesem Umstand versuchen Vereine oft Gegensteuer zu geben indem sie zusätzliche Exemplare in unterschiedlichen Grössen an Lager legen. So tun das auch wir vom UHT Traktor. Trotz viel Erfahrung und Antizipationstalent ist es dann aber leider meist die Realität, dass die benötigten Grössen schnell vergriffen sind und andere als Ladenhüter liegen bleiben. Die wahren „Schätze“ schlummern aber unbenutzt in den Kleiderschränken der Mitglieder. Diese finden aber den Weg zu einem interessierten Mitglied oftmals nicht, weil die Vernetzung ungenügend ist und die Nachfrage das Angebot nicht findet. Und damit wird das eigentliche Ziel der Anschaffung nur ungenügend erfüllt: Das Gefühl von Zugehörigkeit und die positive Wahrnehmung in der Öffentlichkeit bei gemeinsamen Auftritten.
Wir erhoffen uns eine vielfältige Wirkung
Durch einen unkomplizierten Marktplatz, soll Vereinsmitgliedern, insbesondere dem Nachwuchs, dabei geholfen werden, dass sie ihren Kleiderschrank stets mit den richtigen Vereinsaccessoires bestückt haben und somit die Vereinsfarben möglichst lange nach aussen (re-)präsentieren können. Dabei erhoffen wir uns in vielerlei Hinsicht eine positive Wirkung:
- Durch die einfachere und effektivere Weitergabe von Vereinsbekleidung müssen Vereine künftig weniger Reserve an Lager legen. Damit reduziert sich neben dem Ressourcenverbrauch der Textilien auch die Gesamtinvestition des Vereins.
- Durch die bessere Präsenz der eigenen Vereinsfarben stellt sich die Frage nach einer Neuanschaffung verzögert. Wenn als Folge eine Kollektion zum Beispiel erst nach fünf statt nach vier Jahren erneuert werden muss, dann spart das aufgrund der längeren Lebensdauer satte 20% an Ressourcen.
- Durch den Marktplatz entsteht im Idealfall ein Handel, welcher dazu führt, dass bereits getragene Kleidungsstücke günstiger bezogen werden können. Dies immer dann, wenn der Verein die Kosten für die Bekleidung nicht ohnehin vollumfänglich übernimmt. In diesen Fällen sparen Vereinsmitglieder Geld oder bekommen für ihre weitergegebenen Teile etwas zurück.
- Der Verein und seine Mitglieder profitieren effektiver vom eigentlich Grundziel von Vereinsbekleidung: Die Stärkung der Zusammengehörigkeit und die öffentliche Wahrnehmung des Vereins.
- Zu guter Letzt: Alleine die Sichtbarkeit und die Diskussion des Projekts wird einen Beitrag dazu leisten, Vereine und deren Mitglieder für das Thema zu sensibilisieren.
Alles in allem könnte also eine Win-Win-Win Situation für die Vereine, deren Mitglieder und die Umwelt resultieren. Wenn weniger und auch weniger häufig neue Kleidungsstücke angeschafft werden, dann schont das die Geldbeutel und unterstütz die Transformation in eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft.
Startschuss erfolgt
Zeitgleich mit der Prämierung erfolgt heute auch der Start ins Projekt. Mit einer ersten ganz kurzen Online-Umfrage möchten wir den Puls zum Thema fühlen. Wir rufen deshalb Vereinsfunktionäre und Vereinsmitglieder (oder deren Eltern im Falle der Kinder) von jeglichen Vereinen (Sportvereine, Kulturvereine und auch andere Gruppierungen) im Kanton und über die Kantonsgrenzen hinweg dazu auf, an der kurzen Umfrage teilzunehmen. In weniger als 3 Minuten möchten wir von Dir erfahren, was Deine Erfahrungen im Zusammenhang mit Vereinsbekleidung sind. Die Antworten helfen uns dabei, erste Erkenntnisse zu gewinnen und die Richtung für den weiteren Projektverlauf zu justieren. Die Antworten bleiben dabei auf Wunsch anonym.
Hier geht’s direkt zur Umfrage
Vielen Dank, dass Du Dir die 3 Minuten Zeit für ein bisschen mehr Kreislaufwirtschaft nimmst 🙂
Euer Projektteam sowie Projekt-Supporter (Rollen werden noch definiert :)),
Andy Brunner, Marco Knöpfel, Roger Jäggi & Patrick Röschli
PS: Wem das Thema am Herzen liegt und Interesse hat, in diesem Projekt ebenfalls Tatkräftig mitzuwirken, darf sich gerne bei uns melden.
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